Nationalpark Cilento

Der zweitgrößte italienische Nationalpark erstreckt sich von der Küste des tyrrhenischen Meeres bis zum Fuße des kampanisch-lukanischen Appennins. Zu ihm gehören ca. 80 Gemeinden in der Provinz Salerno. Die appenninische Vegetation rund um die Berggipfel, deren höchster der Monte Cervati (1868m) ist, geht über auf die mediterrane in Küstennähe. Im Gebiet werden mehr als 3000 botanische Arten gezählt. Auch die Fauna ist vielfältig. Beobachten Sie beeindruckende Exemplare von Steinadlern, Wanderfalken, Hasen, Otter, Marder und Wölfe. Begleitet wird die außergewöhnliche Natur, wo dank der kontrastreichen Vielfalt der Landschaft Meer und Berge ständig aufeinandertreffen, von Mythen und geheimnisvollen Gestalten einer geschichts- und kulturträchtigen Gegend.
Die Gemeinde Pollica befindet sich im Gebiet des Monte Stella, dessen charakteristischer zugespitzter Gipfel die Orte Agropoli, Punta Licosa, Velia und die landesinnere Straße des Vallo dominiert. Dieses orographische Element prägt die territoriale Gliederung. Der heilige Berg, mit dem der Jungfrau Maria gewidmeten Wallfahrtsort auf seinem Gipfel, ist ein Symbol für das Zusammentreffen von Himmel und Erde. Charakteristisch für diesen Berg ist auch die unzähligen kronenförmig auf halber Küstenhöhe angeordneten mittelalterlichen Weiler, sowie ein ausgeprägter geographischer und historischer Individualismus, der antike Cilento.

Von den Tempeln in Paestum bis zu den Ruinen von Velia, der Stadt der Philosophie und Medizin, bis zum Prunk im Stile Vanvitellis der Kartause von Padula, von der schwindelerregenden Kliffküste bis zu den landesinternen Schluchten, von den Höhlen mit Spuren des Menschen aus dem Paläolithikum bis zu den geheimnisvollen Steinskulpturen, von den Tempeln zu den Küstenbefestigungsanlagen, von Parmenides bis Gian Battista Vico, von den Sirenen bis zu Gesetzlosen, vom Mythos Palinuro bis zu den Sarazenen, von revolutionären Bewegungen bis zu Verschwörungen, von den Irrfahrten der Argonauten bis zu den Tälern voller wilder Orchideen und den Grotten zum Wasserkult, stellt der Cilento für seine Besucher eine außergewöhnliche, unvergessliche und einzigartige Reiseroute dar. Der Cilento, seit 1998 Welterbe der Unesco, ist ein atemberaubendes Mosaik von großer Bedeutung, sowohl in bezug auf Kultur als in bezug auf die Natur.


Acciaroli und Umgebung

Der Ort, ein von der Natur eingefasstes Juwel, besitzt an Sehenswürdigkeiten die Kirche der Hl. Maria dell’Acciarolo am Strand, schon 1187 in Aufzeichnungen erwähnt, sowie den Turm, den die Normannen Ende des 12. Jahrhunderts errichteten. All das war Eigentum der mächtigen Fürsten der Sanseverino aus Salerno, wie auch ein Landstrich entlang des Iandolo bis zum Monte Stella. Im 12. Jahrhundert gingen diese Reichtümer auf die Familie Capano aus Pollica über. Acciaroli wurde erstmals 1165 urkundlich erwähnt.
Der Name des Ortes soll auf ein buschiges, dem Weißdorn ähnliches Rosengewächs oder auf das griechische Wort azale, was „Landung ohne Sturm“ bedeutet, zurückgehen. Der Ort ist auch deshalb bedeutend, weil sich hier bis zum 19. Jahrhundert ein Zollhaus befand. Die Kirche dell’Annunziata ist ebenfalls antiken Ursprungs. Interessant ist die Zusammenstellung der Majoliken auf dem Tympanon, auf denen die Verkündigungsszene dargestellt wird, sowie der Glockenturm. Er wurde 1926 errichtet, als Acciaroli Pfarrgemeinde wurde.

Beeindruckend ist der in Privatbesitz befindliche, ehemalige Befestigungsturm im Hafen. Es handelt sich um ein Bauwerk mit quadratischem Grundriss, das nach einem komplexen Projekt der Angioini (Anjou) zur Verteidigung der Küste errichtet wurde und schon Mitte des 12. Jahrhunderts große Bedeutung erlangte, als Kaiser Friedrich II. ihn in sein Verteidigungssystem gegen Piratenangriffe miteinbezog. Der Glockenturm, die Kirche und der Turm im Hafen prägen das Ortsbild des auch weit jenseits der italienischen Grenzen berühmten Ferienortes.
Ebenso imposant ist der 1520 auf Betreiben des Herren von Cannicchio südlich des Ortskerns erbaute Torre del Caleo. Der berühmte französische Romancier Alexandre Dumas landete hier am 15. September 1860 auf dem Zweimaster „Emma“ und übergab Leonino Vinciprova, einem Vertrauensmann Giuseppe Garibaldis, 400 Gewehre, mit denen der „Zug der 1000“ des Heldes der zwei Welten unterstützt wurde. Eine weitere populäre Geschichte zum Ort ist die über den amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway, der sich alten Fischern zufolge, hier aufgehalten haben soll. Als das bekannt wurde, tauchte sogar ein japanischer Fernsehsender auf, um Interviews mit den alten Fischern zu machen, die bereitwillig über ihre Unterhaltungen mit dem „großen weisen Weltbürger“ Hemingway Auskunft gaben.

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